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Gas 11,56 ct/kWh Heizöl 169,8 ct/l Strom 36,2 ct/kWh Pellets 454 €/t CO₂-Preis 65 €/t Quellen und Stand

Neue Heizung: Was der Heizungstausch 2026 kostet

Ratgeber · Redaktion · veröffentlicht am 15.10.2026

Neue Heizung: Was der Heizungstausch 2026 kostet

Fachlich geprüft am 15.10.2026 · Redaktion

Wer eine neue Heizung braucht, stellt zuerst die naheliegende Frage: Was kostet das? Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt auf die Heizungsart, das Haus und die Förderung an, und auf den Zeitraum, den du betrachtest. Eine Gasheizung ist in der Anschaffung günstig, eine Wärmepumpe teuer, doch über 20 Jahre kann sich das Bild umdrehen. Dieser Ratgeber zeigt, aus welchen Posten sich die Kosten zusammensetzen, welche Referenzwerte es mit Quelle gibt, wie die KfW-Förderung seit Juli 2026 wirkt und wie du die laufenden Kosten mit einrechnest. Alle Beispielzahlen haben wir mit unserem Heizkostenvergleich für ein Einfamilienhaus mit 140 m² und Effizienzklasse E im Klima von Bremen gerechnet, das genau dem Median unserer 700 Städte entspricht; Stand der Preise ist Oktober 2026.

Die drei Kostenblöcke einer neuen Heizung

Die Kosten einer Heizung bestehen aus drei Blöcken. Der erste ist die Anschaffung: Gerät, Speicher, Montage, Inbetriebnahme. Der zweite sind die Umfeldmaßnahmen, also alles, was am Haus angepasst werden muss: Abbau und Entsorgung der Altanlage, neue Heizkörper, Elektroarbeiten am Zählerschrank, eine neue Abgasleitung, ein Fundament für das Außengerät, der hydraulische Abgleich. Der dritte Block sind die laufenden Kosten über die gesamte Nutzungsdauer: Energie, CO₂-Preis, Wartung, Schornsteinfeger und Reparaturen.

Viele Vergleiche schauen nur auf den ersten Block. Das führt zu falschen Entscheidungen, denn bei einem Einfamilienhaus summieren sich die laufenden Kosten über 20 Jahre leicht auf das Doppelte bis Dreifache der Anschaffung. Wer ehrlich vergleicht, rechnet alle drei Blöcke über denselben Zeitraum und zieht die Förderung ab.

Was die Anschaffung kostet: Referenzwerte mit Quelle

Für die Anschaffung gibt es wenige seriöse Durchschnittswerte, weil jedes Haus anders ist. Die beste Quelle für Luft-Wasser-Wärmepumpen ist eine Auswertung von 160 realen Angeboten durch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, über die Stiftung Warentest im Juni 2025 berichtet hat: Die Angebote reichten von rund 20.000 € bis über 60.000 €, der Durchschnitt lag bei etwa 36.000 € inklusive Einbau.

Für die übrigen Systeme nutzen wir den Sanierungssteckbrief Einfamilienhaus der kommunalen Wärmeplanung Bad Dürkheim, der Kosten für ein Haus mit 150 m² und 10 kW Heizlast nennt, brutto mit Kostenstand April 2024: Gas-Brennwertkessel 11.000 €, Öl-Brennwertkessel 12.000 €, Pelletkessel mit Lager 36.000 €, Erdwärmepumpe mit Sonden 59.000 €, mit Erdkollektor 51.000 €, Infrarotheizung für die Raumwärme 15.000 € und eine Luft-Wärmepumpe als Ergänzung einer vorhandenen Gasheizung 17.000 €. Für den Fernwärmeanschluss setzen wir offen eine Annahme von 10.000 € an, weil Übergabestation und Hausanschluss je nach Versorger sehr unterschiedlich kosten.

In unserem Rechner skalieren diese Werte mit der Heizlast. Für das Beispielhaus mit 6,4 kW ergeben sich rund 9.400 € für eine Gasheizung, 30.800 € für eine Luft-Wärmepumpe und 50.500 € für eine Erdwärmepumpe.

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Unsere Rechner zeigen Kosten und Förderung mit offen gelegten Annahmen. Den echten Preis nennt dir nur ein Fachbetrieb, der Heizlast, Heizkörper und Aufstellort vor Ort prüft. Wir geben deine Anfrage an Betriebe aus deiner Region weiter.

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Die Förderung seit dem 21. Juli 2026

Die KfW fördert im Programm 458 Heizungen, die erneuerbare Energien nutzen: Wärmepumpen, Pellet- und andere Biomasseheizungen, Solarthermie und den Anschluss an ein Wärmenetz. Alle Antragsteller erhalten 30 Prozent Grundförderung. Selbstnutzende Eigentümer können zwei Boni bekommen. Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt bei Antrag bis 31. Januar 2027 16 Prozent und sinkt danach halbjährlich um vier Prozentpunkte. Er gilt, wenn eine funktionierende Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzt wird. Der Einkommensbonus beträgt 40 Prozent bis 30.000 €, 30 Prozent bis 40.000 € und 10 Prozent bis 50.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen.

Alle Bausteine zusammen sind auf 70 Prozent begrenzt, in der höchsten Einkommensstufe auf 80 Prozent. Förderfähig sind höchstens 28.000 € für die erste Wohneinheit. Im Beispiel mit 46 Prozent für einen Selbstnutzer, der eine alte Gasheizung tauscht, beträgt der Zuschuss für eine Luft-Wärmepumpe 12.880 €. Gas-, Öl- und Infrarotheizungen werden nicht gefördert.

Die laufenden Kosten machen den Unterschied

Mit den Preisen vom Oktober 2026 kostet das Heizen des Beispielhauses im ersten Jahr inklusive Wartung rund 1.940 € mit einer Luft-Wärmepumpe, 1.500 € mit einer Erdwärmepumpe, 2.300 € mit Pellets, 2.420 € mit Gas, 2.820 € mit Fernwärme und 3.440 € mit Heizöl. Heizöl ist derzeit besonders teuer: Das Weekly Oil Bulletin der EU-Kommission meldet für den 12. Oktober 2026 rund 1,70 € je Liter, im Mittel der letzten 52 Wochen waren es 1,19 €.

In den Preisen für Gas und Heizöl steckt der CO₂-Preis. 2026 und laut Gesetzentwurf auch 2027 liegt er in einem Korridor von 55 bis 65 € je Tonne. Ab 2028 gilt der europäische Emissionshandel ETS 2, dessen Preis sich am Markt bildet. Steigt er, werden fossile Heizungen von Jahr zu Jahr teurer. Unser Vergleich rechnet deshalb mit drei offengelegten Szenarien und einem allgemeinen Preisanstieg von 2 Prozent pro Jahr.

Das Ergebnis über 20 Jahre

Rechnet man Anschaffung, Zuschuss, Energie, CO₂-Preis und Wartung über 20 Jahre zusammen, liegen im Beispielhaus die Hybridlösung mit vorhandener Gasheizung und die Luft-Wärmepumpe mit rund 62.500 € und 64.500 € vorn. Die Grundwasser-Wärmepumpe kommt auf 67.000 €, die neue Gasheizung auf 71.500 €, die Pelletheizung auf 71.800 €, Fernwärme auf 73.100 € und die Erdwärmepumpe auf 73.500 €. Die Ölheizung kostet 98.900 €, die Infrarotheizung 147.600 €.

Die Mehrkosten der Luft-Wärmepumpe gegenüber einer neuen Gasheizung sind im Beispiel nach 13 Jahren eingespielt. Mit Fußbodenheizung und 35 °C Vorlauf geht es deutlich schneller, nach neun Jahren, in einem gut gedämmten Haus der Klasse C dauert es länger, weil weniger Energie gespart werden kann. Diese Zahlen sind kein Urteil für dein Haus, sie zeigen aber, warum es sich lohnt, die eigenen Werte einzusetzen.

Regionale Unterschiede: Was das Klima ausmacht

Wie viel Energie ein Haus braucht, hängt auch vom Ort ab. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht monatliche Gradtage, die beschreiben, wie viel Heizarbeit das Klima verlangt. Im Mittel 2015 bis 2024 kommt Duisburg auf rund 2.880 Gradtage, Bremen auf 3.220, Kassel auf 3.440 und Sonthofen im Allgäu auf 4.170. Für dasselbe Haus mit 140 m² und Klasse E bedeutet das mit Gasheizung rund 2.210 € in Duisburg, 2.420 € in Bremen, 2.550 € in Kassel und 2.990 € in Sonthofen im ersten Jahr.

Auch die Effizienz der Wärmepumpe verändert sich mit dem Klima. In milden Regionen mit wenigen Frosttagen erreicht eine Luft-Wärmepumpe im Modell bei 55 °C Vorlauf eine Jahresarbeitszahl um 3,3, in kalten Lagen um 2,8. Unsere Stadtseiten zeigen für 700 Orte die Gradtage, die Heizkosten des Beispielhauses und die Jahresarbeitszahl.

Die häufigsten Fehler beim Kostenvergleich

Der erste Fehler ist, nur die Anschaffung zu vergleichen. Wer eine Gasheizung für 9.400 € neben eine Wärmepumpe für 30.800 € stellt, übersieht den Zuschuss und die laufenden Kosten, die über 20 Jahre das Mehrfache der Anschaffung ausmachen. Der zweite Fehler ist, mit den Energiepreisen von heute für 20 Jahre zu rechnen. Der CO₂-Preis steigt planmäßig, und ab 2028 bildet er sich im europäischen Emissionshandel am Markt.

Der dritte Fehler ist, die Vorlauftemperatur zu ignorieren. Sie entscheidet bei der Wärmepumpe über die Jahresarbeitszahl und damit über die Stromkosten. Im Beispielhaus liegt die Jahresarbeitszahl bei 65 °C bei 2,85, bei 45 °C bei 3,4. Der vierte Fehler ist, den eigenen Verbrauch nicht zu nutzen. Wer seine Abrechnungen der letzten drei Jahre kennt, kann den Wärmebedarf viel genauer bestimmen als jede Schätzung über die Effizienzklasse.

Wie empfindlich das Ergebnis ist

Wie stark die Annahmen das Ergebnis verändern, zeigen einige Varianten für das Beispielhaus. Im niedrigen CO₂-Szenario spielt die Luft-Wärmepumpe ihre Mehrkosten gegenüber der Gasheizung erst nach 17 Jahren ein, im hohen schon nach 10 Jahren. Fällt der Gaspreis auf 10 Cent je Kilowattstunde, holt sie die Gasheizung in 20 Jahren nicht ein. Sinkt dagegen der Strompreis durch einen Wärmepumpentarif auf 26 Cent, ist der Ausgleich nach neun Jahren erreicht.

Bekommt der Haushalt den Einkommensbonus, weil das zu versteuernde Einkommen unter 40.000 € liegt, steigt der Zuschuss auf 19.600 €, und die Wärmepumpe ist schon nach vier Jahren günstiger. Vermieter dagegen erhalten nur die Grundförderung von 8.400 €; der Ausgleich dauert dann 18 Jahre.

So gehst du beim Heizungstausch vor

Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme: Wie viel Energie verbraucht das Haus, welche Vorlauftemperatur brauchen die Heizkörper, gibt es einen Energieausweis oder einen Sanierungsfahrplan? Dann lohnt ein Blick in die kommunale Wärmeplanung, denn liegt dein Haus in einem geplanten Wärmenetzgebiet, kann der Anschluss die beste Lösung sein.

Hole mindestens zwei, besser drei Angebote ein und achte darauf, dass sie vergleichbar sind: raumweise Heizlastberechnung, hydraulischer Abgleich, Geräteleistung, erwartete Jahresarbeitszahl, Umfeldmaßnahmen, Entsorgung der Altanlage. Schließe den Vertrag mit einer Klausel, die ihn an die Förderzusage bindet, stelle den Antrag bei der KfW und lass erst danach mit den Arbeiten beginnen. Nach dem Einbau lädst du Rechnung und Nachweise hoch und erhältst den Zuschuss.

Selbst rechnen

Mit dem Heizkostenvergleich rechnest du deinen Fall mit offen gelegten Annahmen nach. Alle Werkzeuge findest du in der Rechner-Übersicht, Heizkosten und Gradtage für 700 Städte unter Heizkosten nach Stadt und aktuelle Preise unter Energiepreise.

Häufige Fragen

Was kostet eine neue Heizung im Einfamilienhaus?

Je nach System etwa 11.000 € für eine Gas-Brennwertheizung bis 59.000 € für eine Erdwärmepumpe mit Sonden, bezogen auf ein Haus mit rund 10 kW Heizlast. Für Luft-Wasser-Wärmepumpen lag der Durchschnitt aus 160 realen Angeboten bei etwa 36.000 €.

Welche neue Heizung ist am günstigsten?

In der Anschaffung die Gasheizung, über 20 Jahre im Beispielhaus die Luft-Wärmepumpe oder eine Hybridlösung mit vorhandener Gasheizung. Das Ergebnis hängt stark von Vorlauftemperatur, Energiepreisen und CO₂-Preis ab.

Wie viel Förderung gibt es für eine neue Heizung?

Mindestens 30 Prozent für förderfähige Heizungen, für Selbstnutzer mit Boni bis 70 Prozent und in der höchsten Einkommensstufe bis 80 Prozent von maximal 28.000 € förderfähigen Kosten.

Muss ich meine alte Heizung tauschen?

Eine generelle Pflicht gibt es nicht. Alte Konstanttemperaturkessel müssen nach 30 Jahren ersetzt werden, mit Ausnahmen etwa für Brennwert- und Niedertemperaturkessel. Wer frühzeitig tauscht, sichert sich den höheren Klimageschwindigkeitsbonus.

Wie lange hält eine neue Heizung?

Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung setzen wir 20 Jahre an. Viele Anlagen laufen länger, einzelne Bauteile wie Pumpen oder Steuerungen können vorher Reparaturen brauchen.

Was ist wichtiger, Anschaffung oder Betrieb?

Über 20 Jahre meist der Betrieb. Im Beispielhaus machen Energie, CO₂-Preis und Wartung bei allen Heizungen mehr aus als die Anschaffung nach Zuschuss.

Beispielrechnung mit offen gelegten Annahmen, keine Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung. Auslegung und Angebot übernimmt ein Fachbetrieb.

Redaktion

Recherchiert von der Redaktion Heizung-Kosten.de, zuletzt geprüft am 15.10.2026. Zahlen belegen wir mit Quelle und Stand, Beispiele rechnen wir mit denselben Formeln wie die Rechner. Keine Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung. Fehler gefunden? Schreib uns.

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