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Heizungsart · KfW-förderfähig

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme): Kosten für Anschaffung und Betrieb

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonden kostet als Referenz rund 59.000 € inklusive Bohrung und Pufferspeicher, im Beispielhaus 50.539 €; dafür arbeitet sie mit einer Jahresarbeitszahl um 4,10 besonders effizient und kostet für 140 m² rund 1.504 € im Jahr.

Fachlich geprüft am 15.10.2026 · Redaktion

  • 50.539 €Anschaffung (Beispiel 6,4 kW)
  • 12.880 € (46 %)KfW-Zuschuss
  • 1.504 €Heizkosten im Jahr
  • 73.549 €20 Jahre gesamt
  • JAZ 4,10Effizienz
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)

Was eine Erdwärmepumpe kostet

Der größte Kostenblock einer Erdwärmepumpe ist die Erschließung der Wärmequelle. Für Erdsonden werden ein oder mehrere Bohrlöcher von oft 80 bis 150 Metern Tiefe gebohrt, für Erdkollektoren wird eine große Fläche im Garten in rund 1,5 Metern Tiefe ausgelegt. Der Sanierungssteckbrief Einfamilienhaus der kommunalen Wärmeplanung Bad Dürkheim nennt für ein Haus mit 150 m² und 10 kW Heizlast 59.000 € mit Erdsonden und 51.000 € mit Erdkollektoren, jeweils brutto mit Pufferspeicher, Kostenstand April 2024.

Wir nutzen die 59.000 € als Referenz und skalieren mit der Heizlast; für unser Beispielhaus mit 6,4 kW sind das 50.539 €. Die Bohrkosten hängen stark vom Untergrund ab und lassen sich erst nach einer Prüfung der Geologie sicher beziffern.

Kosten nach Hausgröße und Zustand

BeispielhausHeizlastAnschaffungKfWJahr 120 Jahre
100 m², Klasse E4,6 kW46.213 €−12.880 €1.117 €59.826 €
140 m², Klasse E6,4 kW50.539 €−12.880 €1.504 €73.549 €
200 m², Klasse E9,2 kW57.027 €−12.880 €2.084 €94.133 €
140 m², Klasse C3,6 kW43.800 €−12.880 €981 €54.111 €
140 m², Klasse G10,4 kW59.834 €−12.880 €2.225 €100.359 €

Klima Bremen (Median der Städte), Selbstnutzer ersetzt eine über 20 Jahre alte Gasheizung, Energiepreise vom 15.10.2026, 2 % Preisanstieg, CO₂-Szenario mittel. Anschaffung: Sanierungssteckbrief Typ Einfamilienhaus, kommunale Wärmeplanung Bad Dürkheim (150 m², 10 kW Heizlast, Kostenstand 04/2024, brutto), skaliert auf die Heizlast.

Jahresarbeitszahl und Stromkosten nach Vorlauftemperatur

Vorlauf bei FrostJAZStromStromkosten
35 °C4,883.536 kWh1.136 €
45 °C4,463.871 kWh1.244 €
55 °C4,104.212 kWh1.354 €
65 °C3,804.543 kWh1.460 €

Monatsmodell mit den DWD-Gradtagen von Bremen, 17.260 kWh Wärme inklusive Warmwasser, Strompreis 32,1 ct/kWh.

Laufende Kosten

Das Erdreich hat schon in wenigen Metern Tiefe das ganze Jahr über eine fast gleichbleibende Temperatur. Deshalb arbeitet eine Erdwärmepumpe gerade im Winter effizienter als eine Luft-Wärmepumpe. Im Fraunhofer-Feldtest erreichten Erdreich-Wärmepumpen im Bestand eine mittlere Jahresarbeitszahl von 4,1. Unser Monatsmodell ergibt für das Beispielhaus bei 55 °C Vorlauf 4,10.

Die Stromkosten liegen im Beispiel bei 1.504 € im Jahr inklusive Wartung. Gegenüber der Luft-Wärmepumpe spart das einige Hundert Euro pro Jahr, die höhere Anschaffung holt das aber oft erst nach vielen Jahren herein.

Förderung und Genehmigung

Erdwärmepumpen sind im KfW-Programm 458 förderfähig wie alle Wärmepumpen. Der frühere Effizienzbonus von fünf Prozentpunkten für Erdwärme ist für Anträge seit dem 21. Juli 2026 entfallen. Weil die förderfähigen Kosten auf 28.000 € für die erste Wohneinheit begrenzt sind, deckt der Zuschuss bei einer teuren Erdwärmeanlage einen kleineren Anteil der Gesamtkosten; im Beispiel sind es 12.880 €.

Bohrungen für Erdsonden brauchen in der Regel eine wasserrechtliche Erlaubnis der unteren Wasserbehörde, tiefe Bohrungen zusätzlich eine bergrechtliche Anzeige. In Wasserschutzgebieten sind sie oft eingeschränkt. Der Bohrbetrieb übernimmt meist die Antragstellung.

Für welche Häuser sie passt

Eine Erdwärmepumpe lohnt sich besonders in größeren oder schlechter gedämmten Häusern, in denen viel Wärme gebraucht wird, und überall dort, wo eine Luft-Wärmepumpe wegen Platz oder Schall schwierig ist. Ein Erdkollektor braucht eine freie Gartenfläche, oft das Ein- bis Zweifache der beheizten Wohnfläche, die danach nicht bebaut werden darf. Sonden kommen mit wenig Platz aus, verlangen aber Zufahrt für das Bohrgerät.

Vor- und Nachteile

Dafür spricht

  • höchste Effizienz, auch im Winter
  • leise, kein Außengerät
  • Wärmequelle hält Jahrzehnte
  • passive Kühlung im Sommer möglich

Dagegen spricht

  • hohe Anschaffung durch Bohrung
  • Genehmigung der Wasserbehörde nötig
  • Förderung auf 28.000 € förderfähige Kosten begrenzt
  • Bohrgerät braucht Zufahrt

Im Vergleich zur Gasheizung

Gegenüber einer neuen Gas-Brennwertheizung kostet die Erdwärmepumpe im Beispiel 28.236 € mehr in der Anschaffung nach Zuschuss und 915 € weniger im ersten Betriebsjahr. Über 20 Jahre ist sie 2.023 € teurer. Mit deinen Werten rechnest du das im Heizkostenvergleich nach.

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Häufige Fragen

Was kostet eine Bohrung für die Erdwärmepumpe?

Das hängt von Tiefe, Anzahl und Untergrund ab. Als Gesamtwert für Wärmepumpe mit Sonden nennt der Sanierungssteckbrief Bad Dürkheim 59.000 € für ein Einfamilienhaus mit 10 kW. Ein Bohrbetrieb kann nach einer geologischen Einschätzung ein konkretes Angebot machen.

Lohnt sich Erdwärme gegenüber Luft?

Im Betrieb ja, in der Gesamtrechnung nicht immer. Im Beispielhaus spart die Erdwärmepumpe Stromkosten, kostet aber deutlich mehr in der Anschaffung. Der Heizkostenvergleich zeigt, ab wann sich das ausgleicht.

Kann ich mit Erdwärme kühlen?

Ja, mit Erdsonden ist eine passive Kühlung möglich: Die Umwälzpumpe schickt kühles Wasser aus dem Erdreich durch die Fußbodenheizung, ohne dass der Verdichter läuft.

Brauche ich eine Genehmigung?

Für Erdsonden in aller Regel eine wasserrechtliche Erlaubnis, für Bohrungen über 100 Meter zusätzlich eine Anzeige nach Bergrecht. Für Erdkollektoren genügt oft eine Anzeige, die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland.

Langjährige Mittelwerte, einzelne Winter weichen ab. Verbindlich sind das Angebot des Fachbetriebs, die Förderzusage der KfW und die Preise deines Versorgers.

Quellen und Stand

Fachlich geprüft am 15.10.2026 · Redaktion

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